Leitbild der Kindergärten des Fürstentums Liechtenstein

Der Kindergarten

Für viele Kinder ist der Kindergarten der erste Ort zielgerichteter Erziehung ausserhalb der Familie und die erste Stufe im formalen Bildungswesen. In einer kindgerechten Atmosphäre soll das Kind seine Persönlichkeit ganzheitlich entwickeln können.

 

Das Kind, der Mittelpunkt des Kindergartens

  1. Die Kinder mit ihrer natürlichen Neugier und ihren unterschiedlichen Interessen und Talenten sind Mittelpunkt des Kindergartens. Die Kindergärtnerin nimmt sie als einzelne Persönlichkeiten und als Gruppe wahr.
  2. Der Kindergarten ist grundsätzlich für alle Kinder da. Je nach Situation werden auch behinderte Kinder aufgenommen.

Die Werthaltungen und Ziele der Kindergartenarbeit

  1. Im Kindergarten sollen die Kinder sich wohl fühlen. Das Erleben von Gemeinschaft ist wichtig.
  2. Die Kindergärtnerinnen schaffen den Kindern Raum für die Entwicklung ihrer vielfältigen Begabungen, unterstützen und ermutigen sie.
  3. Sie fördern die Kinder, sich selbst wahrzunehmen und ihren Platz in der Gemeinschaft zu finden. Jedes Kind bekommt die Möglichkeit, Eigeninitiative zu entwickeln und Verantwortung für sich selbst, für andere Kinder und für Aufgaben zu übernehmen.

Das Spielen und Lernen im Kindergarten

  1. Im Kindergarten ist das Spiel die zentrale Lebens- und Lernform. Das Kind lernt durch Erleben und eigenes Handeln.
  2. Die individuelle Förderung des Kindes und die Entwicklung des sozialen Verhaltens sind wichtige Schwerpunkte der Kindergartenarbeit.
  3. Während des ganzen Jahres ist die Natur ein zentraler Erfahrungshintergrund.
  4. Ein geregelter Tagesablauf gibt den Kindern Sicherheit und schafft Freiraum für Spontanität und Eigeninitiative. Geführte Aktivitäten wechseln sich ab mit Freispiel und wählbaren Angeboten.
  5. Die Kindergärtnerin organisiert und unterstützt das Spielen und Lernen der Kinder, wie es im Lehrplan grundgelegt ist, methodisch variantenreich.

Der Übergang vom Kindergarten in die Schule

  1. Kindergarten und Schule arbeiten so zusammen, dass die Kinder den Übertritt vom Kindergarten in die Schule positiv erleben.
  2. Trotz eines möglichst fliessenden Überganges achten die Kindergärtnerinnen darauf, dass der Kindergarten in seinen Zielen und seiner Arbeitsweise ein KINDgerechtERGARTEN bleibt.

Die Zusammenarbeit mit Behörden

  1. Die Kindergärtnerin pflegt den Kontakt zu den Behörden und ist mitverantwortlich für die Administration des Kindergartens.
  2. Das Schulamt ist der gesetzliche Arbeitgeber der Kindergärtnerinnen. Die Inspektorinnen beraten, unterstützen und beaufsichtigen die Arbeit der Kindergärtnerinnen in fachlicher Hinsicht.
  3. Der Kindergarten ist im Gemeindeschulrat vertreten. Als Fachfrauen für den Kindergarten bringen die Kindergärtnerinnen ihr Wissen und ihr Erfahrung ein.

Die Kindergärtnerin, Fachfrau für die Kindergartenarbeit

  1. Die Arbeitsweise der Kindergärtnerin soll das Selbstwertgefühl der Kinder stärken. Sie ist geprägt durch Offenheit und Flexibilität.
  2. Die Kindergärtnerin unterrichtet in allen Fachbereichen des Lehrplans.
  3. In der Gestaltung des Alltags im Kindergarten sind die Kindergärtnerinnen bereit, den eigenen Unterricht zu hinterfragen und Neuerungen auszuprobieren.
  4. Gegenseitiger Erfahrungsaustausch unter Kolleginnen und regelmässige Weiterbildung stärken die fachlichen und persönlichen Kompetenzen der Kindergärtnerinnen.
  5. Jede Kindergärtnerin ist Teil eines Teams. In regelmässigen Zusammenkünften werden gemeinsame Projekte und Aktivitäten geplant.
  6. Die Kindergärtnerin pflegt den Kontakt zu verschiedenen Fachpersonen. Bei fachlichen Problemen, die ihre Kompetenzen übersteigen, zieht sie frühzeitig geeignete Fachleute bei.